Dr. Anne Petzold erhält den Du-Bois-Reymond-Preis
Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht die Frage, wie innere physiologische Zustände die Aktivität neuronaler Netzwerke und damit das Verhalten beeinflussen. Sie zeigte, wie das Gehirn konkurrierende Bedürfnisse – etwa Hunger, Durst und soziale Interaktion – erfasst, gegeneinander abwägt und situationsabhängig priorisiert. Mithilfe präklinischer Tiermodelle verbindet sie modernste In-vivo-Bildgebung mit funktionellen Analysen neuronaler Schaltkreise und des Verhaltens. Dadurch konnte sie kausale Zusammenhänge zwischen molekularen Signalen wie Leptin, hypothalamischen Netzwerken und der flexiblen Auswahl unterschiedlicher Verhaltensweisen aufzeigen. Die ausgezeichneten Arbeiten wurden durch den DFG-Sonderforschungsbereich 1451 und den Exzellenzcluster CECAD gefördert. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse erweitern klassische Vorstellungen von Zellgleichgewicht um ein dynamisches, zustandsabhängiges Modell und eröffnen neue Perspektiven für das Verständnis von Stoffwechsel- und psychischen Erkrankungen.
Der Du-Bois-Reymond-Preis wird jährlich von der Deutschen Physiologischen Gesellschaft an herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler vergeben. Ausgezeichnet wird ein eigenständiges wissenschaftliches Werk auf einem aktuellen Gebiet der Physiologie. Der Preis wird von der Erwin Riesch Stiftung bereitgestellt.
