ACOVACT
Kann ein mögliches Krebsmedikament auch gegen COVID-19 helfen?
CECAD PI und Alexander-von-Humboldt-Professor Henning Walczak startete gemeinsam mit Kolleg:innen der Medizinischen Universität Wien und dem Biotech-Unternehmen Apogenix eine klinische Studie der Phase II mit dem Immuntherapeutikum Asunercept, einem Fas-Ligand-Inhibitor.
Ursprünglich wurde der Fas-Ligand-Inhibitor für die Krebstherapie entwickelt. Im Rahmen der Austrian CoronaVirus Adaptive Clinical Trial (ACOVACT) werden Patienten mit schwerer bis kritischer COVID-19 Erkrankung mit dem Immuntherapeutikum behandelt.
ACOVACT ist eine offene, von der MedUni Wien geförderte, wissenschaftlich initiierte, randomisierte, kontrollierte, multizentrische klinische Studie und vergleicht verschiedene Behandlungsmethoden für COVID-19. In Verbindung mit den von anderen Forschern veröffentlichten Ergebnissen kamen Walczak und die Kolleg:innen zu dem Schluss, dass die Gewebezerstörung und das Lungenversagen bei Patienten mit schwerem COVID-19 möglicherweise tatsächlich auf die Überaktivität so genannter Todesliganden zurückzuführen ist und nicht auf die Virusinfektion selbst.
Todesliganden sind Proteine, die unsere körpereigenen Zellen normalerweise im Zuge der Immunabwehr produzieren. Das Immuntherapeutikum fängt den Todesliganden ab, der als Fas-Ligand oder CD95-Ligand bekannt ist. „Es scheint, dass die SARS-CoV-2-Infektion eine Überreaktion unseres Immunsystems auslöst, die zu einer Überproduktion von Fas-Ligand führt. Dieses Killerprotein kann dann gesunde, nicht infizierte Zellen in der Lunge von COVID-19-Patienten abtöten und so Lungenschäden verursachen,“ erklärte Walczak. Das Konzept der Verhinderung des Zelltods bei der Behandlung von COVID-19 ist innovativ, und die Wissenschaftler sind gespannt auf die Ergebnisse dieser klinischen Studie.